Mit „vielviel“ Koffein

Wenn zwei Studenten planen, dem Weltmarktführer bei Brausegetränken Paroli zu bieten, klingt das erst einmal verwegen. Immerhin: 15 Jahre nach der „Schnapsidee“ im Studentenwohnheim gehört fritz-kola bei jungen Leuten zu den besonders angesagten Koffein-Limonaden.

Was gibt es „Amerikanischeres“ als eine eiskalte braune Limo? Und dann kommt ein Konkurrenzprodukt ausgerechnet mit dem Namen „fritz“ auf den Markt! „Wir haben Passanten vor einem Einkaufszentrum befragt – schließlich machte der schöne norddeutsche Name das Rennen“, erzählt Gründer und Geschäftsführer Mirco Wolf Wiegert, der das Unternehmen 2003 gemeinsam mit seinem Jugendfreund Lorenz Hampl gründete. Das Startkapital: 7.000 Euro. Der Firmensitz: Studentenwohnheim Hamburg-Othmarschen. Die Idee: „Wir wollten einfach eine Kola machen, die besser als der Marktführer ist. So entstand fritz mit ‚vielviel‘ Koffein, etwas weniger Süße und einem Hauch Zitrone.“ Weil das Geld für die Logo-Entwicklung fehlt, nehmen Wiegert und Hampl kurzerhand ihre eigenen Gesichter, die bis heute von jeder fritz-kola den Kunden anlächeln. So gehen im Januar 2003 die ersten 170 Kisten in den Verkauf.

Eine Idee wird zum Kultgetränk
Es dauerte eine Zeitlang, bis das „Wachmacher“-Getränk den Siegeszug durch die Gaststätten und Einzelhandelsgeschäfte antrat. Was macht das Erfolgsgeheimnis von fritz aus? „Zuallererst mögen die Kunden unsere Kola, die einfach anders schmeckt. Außerdem sind wir glaubwürdig und authentisch“, erklärt Mirco Wolf Wiegert. So jung und echt, wie die Marke rüberkommt, sei das Unternehmen fritz-kulturgüter GmbH tatsächlich. Die Produkte von der Kola über die Limonaden und Schorlen bis hin zum Neuling fritz-mate enthalten nur natürliche Aromen, alle sind vegan. Der Kunde bekommt die Getränke ausschließlich in Glas-Mehrwegflaschen. Dazu sorgen witzige Werbesprüche wie „Die Pullen kommen“ für Aufmerksamkeit. Und als das neue fritz-mate mit seinem Tee-Geschmack kürzlich die Kunden noch nicht überzeugte, nahmen es die Macher mit Humor und verbesserten kurzerhand die Rezeptur: „Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag gebraut.“

Kola war nur der Anfang
Inzwischen kann der Kunde aus fünf verschiedenen Kola-Produkten wählen, darunter eine Kola-Kaffee-Limonade sowie eine mit Stevia und 50 Prozent weniger Zucker. „Mischmasch“ enthält Kola und Orange, außerdem erobern fruchtige Limonaden immer mehr Kundenmünder – darunter auch in der Geschmacksrichtung Melone. Die Schorlen – Apfel, Traube und Rhabarber – werden ausschließlich mit Biozutaten hergestellt. „Wir wollen auch künftig die Qualität und die Rezepturen immer weiter verbessern und uns noch intensiver mit dem Thema Biozutaten für unser gesamtes Produktsortiment beschäftigen“, verrät der Gründer seine Zukunftspläne für das äußerst erfolgreiche Startup-Unternehmen.

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Tipps

Coca-In
John Stith Pemberton mixte 1886 in den USA einen Sirup mit Sodawasser, den er Coca-Cola nannte. Tatsächlich wurde dem koffeinhaltigen Gemisch anfangs Kokain zugesetzt. In Folge zahlreicher Todesfälle wurde der Zusatz in Getränken 1914 verboten.

Würzmischung
Zu den größten Geheimnissen gehört das Rezept der berühmten amerikanischen Cola-Marke. Bekannt ist allerdings, was andere Hersteller beimischen: Die tropische Kolanuss gibt dem Getränk zusammen mit Phosphorsäure den typischen Geschmack. Hinzu kommen zum Beispiel Zitrone, Zimtöl, Vanille oder Nelkenöl.

Wachmacher statt Hausmittel
Das in Cola enthaltene Koffein macht einen müden Geist wach, indem es die Gehirnaktivität fördert. Als Hausmittel – zum Beispiel mit Salzstangen bei Durchfall – wird Cola nicht empfohlen.