Was darf in keiner Frauen-Kosmetiktasche fehlen? Kleine, praktische Wattepads zum Reinigen oder Abschminken. Bei der Firma Pelz in Wahlstedt bei Bad Segeberg werden täglich Zehntausende dieser Baumwollpads hergestellt – und das erstaunlich aufwendig. Bis die Produkte der bekannten Marke Jean Carol fertig sind, vergehen Wochen. Das Ziel: Die Pads müssen zwar weich, aber trotzdem reißfest und fusselfrei sein.

Schön, oder?“ Geschäftsführer Dr. Nikolas Bastian steht in den riesigen Fertigungshallen, dreht ein fast fertiges Wattepad in den Händen und ist ein bisschen verzaubert von seinem Produkt. Gerade hat er sich zwei Stunden Zeit genommen, um Hierleben den Produktionshergang zu zeigen. Tatsächlich ist es unglaublich, welch komplexes Verfahren dahintersteht, bis die Watteprodukte der Marke Jean Carol im Supermarkt stehen. Da wird gebleicht, befeuchtet, getrocknet, gereinigt, gefräst, gekämmt, gestanzt … Aber der Reihe nach.

Tonnenweise Baumwolle aus fremden Ländern
Im Baumwolllager stehen riesige Ballen. Eine einzige Tonne kostet 1.400 Euro. „Wir beziehen die Baumwolle vor allem aus der Türkei, zum Teil auch aus Pakistan und Indien“, erzählt der Chef des Familienbetriebs. Die Ballen werden abgefräst und von Fremdfasern, Pflanzenteilen sowie Steinen gereinigt. In einer Bleichhalle wird Wasserstoffperoxid hinzugefügt. „So bekommen wir die Fette raus, und die Watte wird saugfähig.“ Und wieder wird die Baumwolle gefräst. „Der ganze Prozess ist unheimlich aufwendig“, erzählt Nikolas Bastian. Immer wieder werden die Fasern nassgemacht, dann wieder getrocknet.

In der Produktion stehen Hochgeschwindigkeitsanlagen, ein Blockheizkraftwerk, ein Klärwerk und eine CO2-Löschanlage.

Ganz schön groß, ganz schön kreativ
Insgesamt arbeiten bei der Unternehmensgruppe Pelz 750 Menschen. Auch andere Artikel wie Inkontinenzprodukte und Haushaltsfolien werden in Wahlstedt hergestellt. Das Gelände ist 200.000 Quadratmeter groß, täglich liefern bis zu 50 Lastwagen die Ware aus. Allein 20 Mitarbeiter in der Qualitätssicherung sorgen dafür, dass die Wattepads, Wattestäbchen und auch die Lagenwatte höchsten Standards entsprechen. „Wir sind hoch- und runterzertifiziert“, erklärt der Geschäftsführer stolz. „Und wir sind innovativ. Wir haben als Erste Wirkstoffe wie Aloe Vera mit Wattepads kombiniert.“ Die Kundinnen bekommen von all dieser Hochleistungstechnologie nichts mit. Was sie möchten, ist reine weiche Watte für das Gesicht. Und wehe, sie fusselt oder reißt. Natürlich sind die Pads dermatologisch getestet, und auch in Bioqualität sind sie erhältlich. Maxi Soft, Super Soft, feuchte Pads, Sondergrößen – was sich nicht alles im Sortiment findet. Ein patentgeschütztes Muster von Jean Carol auf den Wattepads gibt es übrigens auch. Nur eines hat sich noch nicht durchgesetzt: Männer greifen nach wie vor nicht zur Watte.

Erhältlich überall bei Markant.