Kräftig und Lecker

Bei Schwermut helfen Pastinaken. Davon waren die Menschen im Mittelalter überzeugt. Ob es stimmt? Nur langsam finden die aromatischen Wurzeln zurück in die Küchen.

Heute wäre es Mobbing, was der Pastinake damals widerfuhr. Über Jahrhunderte gehörte sie in Europa zu den wichtigsten Gemüsesorten. Karl der Große liebte sie, und die Römer verarbeiteten sie einst regelmäßig in ihren Küchen. Die ruhmreichste Zeit für die Pastinake war das Mittelalter. Sie wurde hochgeschätzt als sättigender Stärkelieferant. Stockfisch mit Pastinake war vielerorts Standard. Dann kam anderes Gemüse, allen voran die Kartoffel. Seite an Seite mit der Möhre schmeichelte sie mit ihrem milderen Geschmack, lieferte ebenfalls viel Stärke und bootete die Pastinake bald darauf aus. Anders als die würzige weiße Wurzel war die Kartoffel mit allem kombinierbar – flexibler eben.

Zurück ins Licht
Pastinaken gerieten hierzulande fast völlig in Vergessenheit. Erst die Vollwert- und Naturkostküche sowie der Trend zur saisonalen und regionalen

Ernährung lassen die Menschen heute wieder zaghaft auf die Pastinake zurückkommen. Früher war eben alles besser – zumindest für die Pastinake. Mit ihrem kräftigen Aroma war sie bis ins 18. Jahrhundert probates Mittel bei düsterer Gemütslage, Schlaflosigkeit, Magenweh, Blähungen und Zahnschmerzen. Ein Sud sollte gar die Potenz steigern können.

Anregend in jeder Beziehung
Das kräftige Aroma und die anregende Wirkung der Pastinaken rühren von ätherischen Ölen. Zusammen mit Kalium, den Vitaminen E und C sowie viel Folsäure bringen sie den Stoffwechsel angenehm in Schwung. Pastinaken tun dem Magen gut und wirken leicht entwässernd. Sie gehören zu den ballaststoffreichsten Gemüsesorten und fördern so eine gute Verdauung. Ihren leicht süßlichen bis nussigen Geschmack sollte man sich nicht entgehen lassen.