Tomaten, wie sie sein sollen

In der schönen vorpommerschen Boddenlandschaft wachsen auf mehr als sechs Hektar Barther Tomaten unter Glas. Geschäftsführer Wolfgang Hahn ist überzeugt: Viele Sonnenstunden, die Nähe zur Ostsee und die Sorgfalt der Mitarbeiter machen die roten Früchte so süß, saftig und aromatisch.

Wolfgang Hahn stammt ursprünglich aus Rheinland- Pfalz. 1997 kam er in die kleine Boddenstadt Barth und modernisierte die Gewächshäuser, in denen schon zu DDR-Zeiten Tomaten und Blumen gezüchtet wurden. Mit viel Engagement rettete er Arbeitsplätze und widmet sich seither ganz der Tomate, von der hierzulande pro Kopf und Jahr rund 24 Kilo verspeist werden. Damit ist sie unumstritten das Lieblingsgemüse der Deutschen. Wir schauten uns im im Barther Tomatenparadies um.

Im Februar bringen Sattelschlepper über 200.000 Jungpflanzen, gezüchtet aus deutschem Saatgut, nach Barth. Das Pflanzen beginnt. Zu Ostern sollen die ersten Tomaten reif sein.  „Ein Tomatenleben dauert von der Blüte bis zur Ernte sechs bis acht Wochen“, erläutert Produktionsleiterin Elfi Lausch. Ein computergesteuertes System sichert die optimale Versorgung jeder einzelnen Tomatenpflanze mit Wasser und Nährstoffen. Fast zehn verschiedene Sorten werden angebaut.

Die ersten gelben Blütenköpfe leuchten im sprießenden Grün. „In der freien Natur sorgen Wind und Insekten für die Bestäubung“, sagt Wolfgang Hahn. „Hier tun das Tausende von Hummeln.“

Sie schwärmen aus, verrichten ihre Arbeit und kehren bei Einbruch der

Dunkelheit in Hummelkästen, die  zwischen den Pflanzen stehen, zurück.

Bald beginnt das sogenannte „Ausgeizen“: Seitentriebe müssen entfernt werden, damit jede Pflanze kräftig wächst. Mitarbeiterin Patricia hat wie alle im Team den Dreh raus. Und das bei mindestens 200.000 Pflanzen. In Spitzenzeiten arbeiten hier fast 100 Menschen.

Nicht minder wichtig: das Blattwerk auslichten. Bei 140 Pflanzreihen, jede 96 Meter lang, ist das ein großes Stück Arbeit. Wöchentlich wachsen viele neue Blätter. Zu viele – denn ein Prozent mehr Licht für die Tomaten bedeutet ein Prozent mehr Ertrag.

Nur die roten und festen Früchte kommen in die Kisten. Täglich werden 20 bis 25 Tonnen geerntet. Beim Pflücken werden die Früchte so vorsichtig wie rohe Eier behandelt.

Die vollen Kisten gehen in die Sortierung. Martin, Pavel und viele andere Helfer sortieren mithilfe des Computers die frisch geernteten Tomaten nach Größe und Handelsklassen, bevor sie verpackt und gewogen werden.

Jetzt noch in schützende Folie verpackt, dann geht’s für die Tomaten auf die Reise in die Märkte. Morgens geerntet, mittags sortiert und nachmittags schon auf dem Weg zum Kunden.

Erhältlich überall bei Markant.