Chicorée

Bleich und Zart

Außen sind sie eher ein bisschen blass. Doch innen versteckt sich orangefarbenes Fruchtfleisch, mit dem sich so bunte Gerichte zaubern lassen, wie ein sonniger Herbsttag Farben hat.

Auf den ersten Blick ist er meist gar nicht zu finden. Verhüllt in Papier, verborgen in kleinen Kisten mit Deckel wartet dieses Gemüse in den Märkten auf seine Entdecker. Der Chicorée scheut das Licht. Er bevorzugt die Dunkelheit. Nur dort bleibt er so blass und weiß, wie es sich für einen Chicorée gehört. Und nur im Dunkeln behält dieses Gemüse sein zart-herbes Aroma, für das es so geliebt wird. Entdeckung der Belgier Im Dezember kommt der Chicorée bei famila, Markant und nah & frisch aus den Niederlanden. Aber auch Frankreich und Belgien sind wichtige Anbauländer. Ohne die pfiffigen belgischen Landwirte gäbe es womöglich heute überhaupt gar keinen Chicorée. Zumindest, wenn man der Geschichte der belgischen Bauern Glauben schenkt, die 1870 ungewöhnlich viele Zichorienwurzeln geerntet haben sollen. Es waren so viele, dass sie diese einlagerten. Zur Erinnerung: Zichorienwurzeln wurden damals als Ersatz für den noch recht teuren Kaffee verwendet. Über den Winter entdeckten die Landwirte, dass aus den Wurzeln kräftige, weiße Knospen sprossen. Auf diesen Prozess setzt man bis heute. Treiben im Stockdunkeln Im Herbst werden die grünen Blätter der Chicoréepflanzen abgeerntet und an das Vieh verfüttert. Die Wurzeln kommen ins Kühlhaus. Portionsweise holt der Landwirt sie den Winter über heraus und bringt sie in die Treiberei. Dort stehen sie aufrecht in Kisten und werden von Wasser und Nährstoffen umspült. In absoluter Dunkelheit bei angenehmen 18 Grad beginnen die Wurzeln nach etwa 22 Tagen zu sprießen. Sie wachsen zu den bekannten weißen, länglichen Knospen. Damit sie so bleiben, brauchen sie später in der Gemüseabteilung eine Sonderbehandlung. Er ist eben lichtscheu, der Chicorée.

Tipps

Vielseitiger Gaumenschmeichler
Chicorée schmeckt roh als Salat und im Smoothie, gedünstet, gebraten und mit Käse überbacken. Chicoréestreifen peppen Nudelsoßen auf.

Chicorée als Fingerfood
Die einzelnen Blätter eignen sich hervorragend zum Füllen mit Frischkäsemischungen, gebratenem Hack und asiatisch gewürzten Hähnchenstücken.

Das richtige Dressing
Zum herben Aroma passt ein Honigdressing vorzüglich. Die Kombination zum Beispiel mit Orangen- und Mangosaft gibt eine erfrischend süß-säuerliche Note.

Wer’s mild mag
Das Herausschneiden des Strunks macht den Chicorée milder. Den gleichen Effekt erzielt man, wenn man ihn kurz in lauwarmes Wasser legt.