Knalliges Powergemüse

Jetzt leuchten sie wieder. Mit ihren vielen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen machen Kürbisse richtig Lust auf leckere Suppen, Nudeln, Brote und mehr. Heiner Bartels kultiviert die Powerfrüchte seit 20 Jahren in Wennerstorf im niedersächsischen Landkreis Harburg. Und verrät: Kürbisse sind eigentlich Beeren.

Beim Anblick der kiloschweren Halloween-Kürbisse, dem birnenförmigen Butternut, dem orangenen Hokkaido, dem Mikrowellenkürbis oder dem tennisballgroßen grünen Rolet fällt die Vorstellung schwer: „Kürbisse zählen rein botanisch zu den Beeren“, sagt Heiner Bartels und lacht. Das liegt daran, dass die Kürbiskerne, wie beim Beerenobst üblich, frei im Fruchtfleisch liegen. Klein und fein wie Beeren sind die Kürbisse zwar nicht, dafür aber ebenso gesund. „Sie enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Unabhängig davon ist ein Kürbis einfach ein faszinierendes Gemüse. Er lässt sich gut, schnell und günstig in allen möglichen Variationen zubereiten und begeistert mich auch nach 20 Jahren immer wieder aufs Neue.“

Anbau ist reine Handarbeit
Dabei sind Anbau und Pflege der Früchte aufwendig. „Kürbisse gehören ja eigentlich eher  in den Süden“, sagt der 48-jährige Landwirt. Da sie viel Wärme brauchen, legt Heiner Bartels auf seinen 18 Hektar Land zeitig im April lange Reihen mit dicken Folienstreifen aus. „Damit regulieren wir die Erdfeuchte.“ Erst nach den Eisheiligen im Mai kommen die Samen in die Erde. Dazu stechen der Landwirt und seine Aushilfskräfte Löcher in die Folie, graben ein kleines Loch in die Erde und setzen dann einen Kürbiskern per Hand hinein. „Wir setzen immer einen bis zwei Kerne im Abstand von einem Meter.“ Anschließend werden die Reihen mit Vlies zugedeckt, um Wärme zu speichern. Erst wenn die Pflanzen 15 Zentimeter groß sind, wird das Vlies wieder entfernt. „Damit und mit der Folie halten wir das Unkraut in Schach.“

110 Tage volles Wachstum
Rund drei Monate nach der Aussaat sind Kürbisse erntefähig. „Wenn Mutter Natur mitspielt, können wir den ersten Hokkaido schon Mitte August ernten“, sagt Heiner Bartels, der den Familienbetrieb mit Ehefrau Annika seit 15 Jahren in vierter Generation führt. Dann bringt ein Hokkaido 900 bis 2.500 Gramm auf die Waage, ein Halloween-Kürbis gut das Dreifache. Haupterntezeit ist ab September. „Bis zum ersten Frost können die Früchte auf dem Feld bleiben.“ Spätestens dann aber muss das Gemüse geerntet werden, natürlich per Hand. „Wir schneiden die Kürbisse von den Ranken, das kann keine Maschine übernehmen.“ Anschließend sammeln Erntehelfer sie auf und legen sie in große Holzkisten. Richtig gelagert, bleiben die Früchte bis zu fünf Monate frisch. „Ich bin jedes Mal fasziniert, wenn ich sehe, was aus so einem kleinen Kürbiskern alles werden und was man daraus machen kann. Kürbisse sind einfach einmalig.“

Tipps

Sortenreich
Von den rund 800 Kürbissorten weltweit ist gut die Hälfte essbar. In der Küche geschätzt werden vor allem aromatische Gartenkürbisse und pikante Moschuskürbisse wie Hokkaido und Butternut.

Vitaminwunder
Kürbisse sind sehr reich an verschiedenen Vitaminen sowie an Kalium, Magnesium, Kalzium und Eisen. Das stärkt die Abwehrkräfte.

Vielseitig
Ob Auflauf, Pommes, Suppe oder Brot, sauer eingelegt oder als süße Mousse: Kürbis lässt sich wunderbar variieren. Auch Kerne und Öl sind Delikatessen.

Haltbar
Klingt der Kürbis beim Klopfen auf die Schale hohl, ist er reif. Wird er bei 10 bis 13 Grad kühl, trocken und vor allem dunkel gelagert, ist er viele Wochen haltbar. Angeschnitten bleibt er zwei Tage im Kühlschrank frisch.