Hofgut Spargel
Axel Meyer Gemüsebau
Auf den Spargelfeldern rund um das ostwestfälische Rahden herrscht Hochbetrieb. Mit ihren fleißigen Saisonkräften vollbringt Familie Winkelmann alljährlich zur Erntezeit, wenn das faszinierende Gemüse wie von Wunderhand aus dem Boden schießt, eine logistische Meisterleistung. „Beim Spargel geht nichts ohne Handarbeit“, sagt Friedrich Winkelmann (oben rechts auf dem Foto).
Schon mal von Prius, Gijnlim oder Backlim gehört? So heißen die Spargelsorten, die auf den Feldern des Spargelhofs Winkelmann wachsen. „Seit 1954 hat die Familie den Spargel im Blick“, erzählt Friedrich Winkelmann. Seine Mutter brachte damals Spargelpflanzen für einen halben Morgen als „Mitgift“ in die Ehe ein. „Für meine Eltern war es damals nur ein Nebenerwerb, doch mein Bruder und ich wollten mehr.“ Heute ist Friedrich Winkelmann Herr über 600 Hektar Spargelanbaufläche. Die Hälfte davon liegt im Westfälischen, die andere in Niedersachsen. Der Spargelbauer freut sich, dass die dritte Generation im Betrieb Fuß gefasst hat: Sohn Markus ist für die Direktvermarktung verantwortlich, Tochter Nadine leitet als promovierte Biologin das Qualitätsmanagement.
Produktion in eigener Hand
Stolz ist Friedrich Winkelmann auch, dass der gesamte Produktionsprozess auf dem Hof liegt. „Wir vermehren unsere Pflanzen auf speziell vorbereiteten Flächen, suchen die besten Sorten für unseren Standort, beraten über Anbauarten, Düngung und Bewässerung.“ Zeitig im Frühjahr werden die Dämme mit Folien belegt; so lässt sich die Temperatur für das Wachstum steuern. In der Hochsaison beschäftigt der Spargelhof bis zu 650 Mitarbeiter, vor allem aus Polen und Rumänien. „Spargelstechen ist Knochenarbeit“, weiß der Landwirt. „Aber auch ein geübtes Auge und Geschick im Umgang mit Spargelmesser und Kelle gehören dazu.“ Die frisch gestochenen Stangen werden auf dem Hof gewaschen und sortiert. Bei täglich 40 bis 50 Tonnen Ernte muss alles wie am Schnürchen laufen. Förderbänder, Waschanlagen, Schäl-, Sortier- und Verpackungsmaschinen sowie der Fuhrpark brauchen Wartung und Pflege. Der grüne Daumen der Winkelmanns zeigt sich auch im Obstanbau: Erdbeeren und Heidelbeeren werden auf 180 Hektar kultiviert.
Von Rahden bis nach Skandinavien
Winkelmanns Spargel gibt’s in ganz Deutschland und sogar in Skandinavien; bei famila und Markant kommt er unter der Qualitätsmarke Hofgut in den Verkauf. Nur in den Osten des Landes gelangt das weiße Gold aus Rahden selten, denn im brandenburgischen Beelitz betreibt Friedrichs Bruder Ernst-August seit 1991 einen Spargelhof mit 800 Hektar Anbaufläche. „Keine Konkurrenz“, erzählt Friedrich Winkelmann und lacht. „Wir stehen im ständigen Austausch miteinander.“ Zum Unternehmen in Rahden gehören etliche Verkaufsstellen, Hofläden, Café, Restaurant mit Biergarten und Eisdiele. „Ich esse in der Saison unseren Spargel jeden Tag“, sagt der Spargelbauer. „So kann ich mich von der Qualität am besten überzeugen.“
Erhältlich in einigen Markant-Märkten.