Süß, Knackig, Sommergrün

Der Appetit auf knackiges Gemüse ist besonders im Winter groß. Das Angebot dagegen eher klein. Da kommen die süßen Zuckererbsen wie gerufen. Zum Beispiel in Kombination mit grünem Spargel oder mit Nudeln im Gratin.

Erbsenzähler! So werden liebevoll solche Zeitgenossen genannt, die stets auf Vollständigkeit und Genauigkeit bedacht sind. Die gibt es. Und zwar nicht wenige. Ihre Kleinlichkeit kann nerven. Doch angesichts dieses Küchenstars, der Zuckerschote oder Zuckererbse, bekommt der Erbsenzähler noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Es gibt wirklich viele Erbsen zu zählen. Erstens stecken in diesen Hülsenfrüchten gewöhnlich bis zu zehn Früchte. Zweitens gibt es von diesem Gemüse, das den Menschen schon seit Jahrtausenden begleitet, so viele Varietäten und Namen, dass man lange zählt, um alle zu nennen: Ackererbse, Palerbse, Markerbse, Zuckerschote – um nur vier Beispiele aufzuführen.

Die Kaiserin unter den Erbsen
In England soll es im Jahre 1433 einen Richterspruch gegeben haben, der besagte, man müsse mindestens Baron sein, um Zuckerschoten essen zu dürfen. Diese Reglementierung hatte wohl weniger mit dem Adelsstand als vielmehr mit den nur geringen Mengen zu tun, die auf dem Markt verfügbar waren. Das feine Gemüse kann nämlich nur wenige Monate im Jahr geerntet werden. Die Zuckerschoten bei Markant kommen jetzt im Februar aus Kenia, Südafrika und Zimbabwe.

Guter Eiweißlieferant
Zuckerschoten sind die süßesten und zartesten Erbsen von allen. Sie werden jung, noch unreif, geerntet. Ihre Früchte sind gerade erst angelegt, die Schale ist noch dünn und knackig. Später würde sie fester werden und mit einer faserigen, nicht mehr so wohlschmeckenden Pergamentschicht stabilisiert. Zuckerschoten sind wertvolle Eiweißlieferanten. Zudem bringen sie gesunde Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Phosphor mit. Sie sind lecker als frische grüne Gemüsebeilage, zu asiatischen Gerichten mit Reis und aus dem Wok sowie in Eintöpfen und Gemüsepfannen.