Pikante Prise

Wenn ein Hauch von Anis, Zimt und Kardamom durch das Haus strömt, ist Vorweihnachtszeit. Gerade in der winterlichen Küche bringen Gewürze aus fernen Ländern die ganze Welt des guten Geschmacks nach Hause.

Was wären die feinste Suppe oder der beste Braten ohne Gewürze? Seit Urzeiten setzen die Menschen in ihrer Nahrung mit Kräutern und Sämereien Akzente. Schon zur Zeit der großen Pharaonen gab es Kaufleute, die sich auf den Handel mit Gewürzen spezialisiert hatten. Alexander der Große brachte von seinen Feldzügen aus Persien und Indien Pfeffer und Zimt mit. Salz war das weiße Gold des Mittelalters. Der venezianische Kaufmann Marco Polo bekam im 13. Jahrhundert auf seinen Seefahrten als erster Europäer Muskatnüsse und Gewürznelken zu Gesicht, und an der Malabarküste im Südwesten Indiens entdeckte er Pfeffer, Ingwer und Zimt. Es war unter anderem auch die große Nachfrage nach Gewürzen, die Christopher Kolumbus dazu bewog, den Weg nach Indien westwärts über den Ozean zu suchen. Über viele Jahrhunderte waren Gewürze äußerst kostbar, und entsprechend festlich waren die Anlässe, zu denen sie zum Einsatz kamen.Weihnachten zum Beispiel.

Winterliche Würze
heutzutage kosten Gewürze kein Vermögen mehr – Gold wert sind die trotzdem. Denn bei gekonntem Einsatz sind sie die Krönung eines jeden Gerichts. Gewürze sorgen nicht nur für geschmackliche Raffinesse, sondern verströmen auch einen wunderbaren Duft.

Gerade in der Vorweihnachtszeit gehören exotische Aromen in die heimische Küche. Und Plätzchen wären keine Weihnachtsplätzchen, würden sie nicht diese typischen Düfte mitbringen. Pfeffernüsse riechen köstlich nach Anis, Lebkuchen verführen durch Gewürznelken, Ingwer, Piment und vielem mehr, Spekulatius kommen ohne Zimt und Kardamom nicht aus. Ebenso unverzichtbar sind natürlich Mandeln und Haselnüsse oder Sultaninen in der Zutatenliste fürs Weihnachtsgebäck.

Neue Gewürzwelten entdecken
Nicht nur die Weihnachtsbäckerei, sondern auch die deftige Küche ist in der kalten Jahreszeit besonders beliebt. Nie wird mehr in der Küche gewerkelt als im Winter. Pfeffer und Salz gehören da zu den Standardgewürzen. Doch auch das schwarz-weiße Duo ist längst aus der Langweiler-Ecke herausgekommen und erlebt eine neue Vielfalt. Grobe Kristalle oder das feine Fleur de Sel sind erlesene Speisesalze aus dem Meer, und unter den Pfeffern gibt es eine ganze Reihe von edlen Scharfmachern. Besonders pfiffig sind fertige Mischungen, für den Braten ebenso wie für Lebkuchen, die verschiedene Gewürze in der perfekten Dosierung kombinieren und neue Experimentierlust in der Küche wecken.

Tipps

Ab in die Dose
Alle Gewürze haben eines gemeinsam: Sie mögen es dunkel, trocken und kühl. Am besten werden sie deshalb in Dosen aufbewahrt oder im Schrank gelagert.

Gar nicht zerstreut
Gewürze enthalten ätherische Öle, die sich schnell verflüchtigen, wenn sie mit Sauerstoff in Berührung kommen. Bereits gemahlene Gewürze oder fertige Mischungen werden daher am besten in luftdichten Behältnissen mit Streueinsätzen aufbewahrt.

Einfach mal mahlen
Grobkörnige Gewürze wie Pfeffer und Chili entfalten ihre Aromen besser, wenn sie direkt vor der Verwendung frisch gemahlen werden.

Ganz dezent
Gewürze sollen dem Essen eine besondere Note verleihen und nicht den Geschmack überlagern. Daher ist beim Dosieren Fingerspitzengefühl gefragt. Lieber mit einer kleinen Menge anfangen und nachwürzen.