Was wäre das Leben ohne süße Momente? Schon von Kindesbeinen an lieben wir die süßen Verführungen des Lebens, gilt ein Bonbon als kleine Belohnung, sind Kuchen oder Schokolade Garanten für Glücksmomente. Dabei muss nicht alles, was süß ist, auch zuckersüß sein.

Wer an Süßes denkt, denkt meistens an Zucker. Doch ist gerade Zucker in der Ernährungswissenschaft nicht unumstritten. Ganz klar: Wer zu viel Zucker isst, schadet nicht nur den Zähnen, sondern läuft auch Gefahr, dick zu werden. Manche Wissenschaftler gehen sogar so weit, zu sagen, Zucker mache antriebslos, träge, dumm und sei regelrecht giftig für den Körper. Andererseits ist auch belegt: Der Körper benötigt Zucker zum Leben, denn Zucker spendet Energie, und davon braucht gerade das Gehirn jede Menge. Unsere Großeltern sagten deshalb: „Zucker hilft beim Denken.“ Normaler Haushaltszucker, der aus einfachen Zuckermolekülen besteht, liefert diesen Energieschub ohne Umwege. Mehr noch: Er bewirkt die Ausschüttung von Insulin, das wiederum die Bildung des Glückshormons Serotonin aktiviert. Daher gibt Zucker nicht nur das Gefühl, schlagartig fit und wach, sondern auch froh und beschwingt zu sein. Wie bei vielen Dingen im Leben kommt es auch hier auf die richtige Dosis an: Zu viel Zucker ist schädlich. Genau genommen bräuchte der Körper gar keinen zusätzlichen einfachen Zucker, denn auch über Früchte und die Spaltung von kohlehydrathaltigen Lebensmitteln wie Brot oder Kartoffeln wird er ausreichend mit Zucker versorgt. Doch das Leben will genossen werden, und Süßes auf der Zunge ist nun mal ein Genuss. Zum Glück für alle Naschkatzen ist die Auswahl an Süßungsmitteln groß. Wer‘s zuckersüß und gesund mag, ist mit Rohrzucker gut beraten. Er wird aus dem Saft von Zuckerrohr gewonnen. Die nicht raffinierte Variante, der Vollrohrzucker, zählt zu den Zuckern mit dem höchsten Nährwert. Er ist eine Quelle für Eisen, Kalzium, Kalium, B-Vitamine und Chrom. Chrom ist vor allem der Schlüssel für das Gleichgewicht des Blutzuckerspiegels. Ein idealer Ersatz für normalen Haushaltszucker, zum Beispiel beim Backen, ist Bio-Kokosblütenzucker. Der Kokosblütenzucker ist das natürlichste, älteste und beliebteste Süßungsmittel auf den Philippinen. Steigender Beliebtheit als Süßstoff erfreut sich Stevia, das aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen wird, je nach Herstellung um ein Vielfaches süßer als Zucker ist und dabei so gut wie keine Kalorien hat. Eine flüssige Alternative zum Streuzucker kommt von den kanadischen Manawan-Indianern: Diese brachten den weißen Siedlern bei, den Saft der Zuckerahornbäume in Sirup zu verwandeln. Aus 40 Litern Ahornsaft – das ist die Menge, die ein Baum in jedem Frühjahr hergibt – wird heute ein Liter bernsteinfarbener Sirup produziert. Weitere natürliche Süßstoffe sind Agavensirup oder Kokosblütensirup. Insofern darf die Antwort auf die Frage: „Darf es etwas Süßes sein?“ ganz unbeschwert lauten: „Aber natürlich!“

Tipps

Wer statt mit Zucker mit anderen Mitteln süßt, sollte sich ein wenig mit den Süßungsmitteln auskennen.

Ahornsirup
Er schmeckt besonders gut zu Joghurt, Müsli, Quark, Salaten, Desserts, Soßen, in Tee und Getränken.

Apfeldicksaft
Der hoch konzentrierte, eingedickte Apfelsaft überzeugt mit seinem milden Apfelaroma und passt gut in Desserts, ist aber auch zum Abschmecken von Salatdressings ideal.

Kokosblütenzucker
Dieser aromatische Zucker eignet sich gut zum Verfeinern von Dressings und Wokgerichten und rundet Speisen mit seiner milden Süße ideal ab.

Sirup
Sirup kann aus Zuckerrüben, Fruchtsäften und Pflanzenextrakten gewonnen werden. Wenn er mit der Zeit kristallisiert, hilft es, ihn kurz zu erwärmen – dann wird er wieder flüssig.

Stevia
Dieses intensive pflanzliche Süßungsmittel ist sowohl in flüssiger Form als auch getrocknet zum Streuen erhältlich.