Süße Sonnenenergie für Wintertage

Aus werblicher Sicht könnte bei der Bezeichnung noch nachgebessert werden. Trockenfrüchte sind schließlich alles andere als eine dröge Angelegenheit. Neben dem klassischen Dörrobst erobern süße Exoten die Regale.

Denkt man an Äpfel, Pflaumen, Mangos oder Ananas, kommen einem Worte wie „saftig“ oder „frisch“ in den Sinn. Frisches Obst ist toll, allerdings sind nicht alle Früchte rund ums Jahr zu bekommen, manche sind leicht verderblich, und so eine Ananas ist nicht wirklich praktisch für unterwegs. Selbst ein Apfel lässt sich nicht so einfach verstauen. Was also das Praktische angeht, stecken Trockenfrüchte ihre frischen Schwestern locker in die Tasche. Mit einem Flüssigkeitsrest von rund 20 Prozent sind sie quasi konzentriertes Obst. Zudem verführen Trockenfrüchte mit ihrer besonderen Süße und eignen sich durch ihren hohen Energiegehalt hervorragend als kleiner, die Verdauung anregender Snack für zwischendurch. Auch als Beigabe zum Müsli oder als Backzutat besitzen sie überzeugende Eigenschaften. Trockenfrüchte haben eine lange Tradition. Das Trocknen an der Luft, auch Dörren genannt, ist eine der ältesten Methoden zur Konservierung. Durch das Entziehen von Flüssigkeit steigt der Zuckergehalt und den Mikroorganismen wird die Lebensgrundlage genommen, sodass die Früchte nicht mehr verderben. Die Mineralstoffe, Spurenelemente und die wichtigen Aminosäuren bleiben dabei weitestgehend erhalten. Im Nahen Osten wurden vor allem Datteln und Feigen durch die Hitze der Sonne getrocknet, in Italien konzentrierte man sich auf Trauben. Neben altbekanntem Dörrobst wie Pflaumen oder Rosinen gibt es eine riesige Auswahl an getrockneten Früchten. Mit bunter Vielfalt und voller Sonnenenergie helfen sie durch die grauen Wintertage. Der Obstgarten aus der Tüte reicht von Erdbeeren, Himbeeren und Cranberrys über Aprikosen, Ananas und Mangos bis hin zu Bananen- oder Kokoschips. Die idealen Begleiter zu Trockenobst sind Nüsse. Ob Cashews, Mandeln, Erd-, Wal- oder Haselnüsse: Die knackigen Snacks liefern wertvolle Nährstoffe, ungesättigte Fettsäuren, Folsäure und Magnesium. Eine bekannte Mischung, die ursprünglich aus Rosinen und Mandeln bestand, ist das Studentenfutter. Der Holsteiner Schriftsteller und Kunsthistoriker Carl Friedrich von Rumohr nennt es in seinem 1822 erschienenen Buch „Geist der Kochkunst“ eine „Schleckerey deutscher Gymnasiasten und Burschen“. Heute besteht Studentenfutter aus Rosinen, manchmal Cranberrys und verschiedensten Nüssen. Wie sich das Studentenfutter zusammensetzt, ist nicht exakt festgelegt. Ein Blick auf den Inhalt lohnt also – ein möglichst hoher Anteil verschiedenster Nüsse wie Haselnüsse, Paranüsse und Cashews zeichnet eine gute Mischung aus und ist natürlich nicht nur für Studenten eine ideale Zwischenmahlzeit. In jedem Fall geht hier Probieren über Studieren.