Der Würzige…

…schmeckt würzig bis leicht scharf, wobei junge Blätter meist ein milderes Aroma haben und die älteren an Schärfe deutlich zulegen. Der Geschmack liegt irgendwo zwischen Kresse und Nüssen. Rucola, auf Deutsch Rauke, peppt jeden Salat im Nu auf – geschmacklich wie optisch. Es wird unterschieden zwischen der Salatrauke mit zarten, gebuchteten Blättern und der Wilden Rauke mit stark gezackten, schlanken Blättern.

Ein Hoch auf die Gourmets Italiens! Ohne Sie hätte dieser herzhafte Blattspinat vielleicht bis heute noch nicht wieder den Weg in Deutschlands Küchen gefunden.

Diese Blätter waren den Menschen lange Zeit wohl einfach zu scharf im Vergleich zu den milden, zartblättrigen Kopf-, Feld- und Eisbergsalaten, die so viel besser zur traditionellen deutschen Küche schmeckten. Das änderte sich in den 1980er-Jahren, als die mediterrane Küche in Mode kam, allen voran die italienische. Von da an war Rucola wieder in aller Munde und avancierte zum wahren Superstar unter den Salaten. Heute sind die Blätter lose, als Bund oder in der Schale ganzjährig im Handel erhältlich.

Superstar mit alten Wurzeln
Wer sich jetzt nach dem Unterschied zwischen Rucola und Rauke fragt, dem sei gesagt: Es gibt keinen. Früher hieß Rucola im deutschsprachigen Raum Rauke. Dann geriet das Kraut in Vergessenheit und kehrte schließlich mit neuem Namen aus Italien zurück. Das zeigt auch, dass Rucola nun wirklich kein Ergebnis moderner Züchtung ist. Bereits die alten Ägypter, Römer und Griechen liebten diese kleinen, würzigen Blättchen und bauten sie als Nutzpflanze an. Schon vor vielen Jahrhunderten war bekannt, dass Rucola nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund ist. Er steigert den Appetit, kurbelt die Verdauung an und wirkt harntreibend. Die Germanen sollen das scharfe Kraut sogar als Potenzmittel verwendet haben.

Schön scharf und sehr gesund
Die moderne Ernährungswissenschaft weiß das heute alles noch etwas genauer. Rucola enthält große Mengen Senföle – Pflanzenstoffe, die ordentlich Schärfe bringen und zudem noch supergesund für den Körper sind. Sie wirken desinfizierend und kurbeln den gesamten Stoffwechsel an. Zudem stecken im Rucola Beta-Carotin, Folsäure, Mineralstoffe wie Kalium und Kalzium und dazu eine gute Portion erfrischendes Vitamin C.

Infos

Stiele abschneiden
Rucola enthält relativ viel Nitrat, das meiste steckt in den Stielen. Deshalb: Stiele ab, denn Nitrat kann in größeren Mengen ungesund sein – besonders für Säuglinge und ältere Menschen.

Jod für die Schilddrüse
Rucola ist reich an natürlichem Jod. Daher sind die grünen Blätter besonders empfehlenswert zur Unterstützung der Schilddrüsenfunktion.

An alle Pestofans
Unbedingt ein Pesto aus Rucola probieren – schmeckt himmlisch. Einfach die Blätter mit gerösteten Pinienkernen, frischem Parmesan, Knoblauch, Salz und Pfeffer in einem Mixer zerkleinern, nach und nach Olivenöl zugeben, bis eine cremige Masse entsteht.

Rund ums Jahr
Rucola ist ganzjährig erhältlich. Bei Markant kommt er jetzt im März aus Italien, vom Frühjahr bis in den Spätherbst gibt es ihn aus deutschem Anbau.