Der Scharfmacher

Mit dieser Wurzel wird es würzig! Meerrettich besitzt eine Schärfe wie kein anderes einheimisches Gemüse eine Eigenschaft, die nicht nur viel Geschmack, sondern auch jede Menge Gesundheit mit sich bringt – und ein paar Tränen.

Wer je eine Meerrettichwurzel gerieben hat, weiß, wie sehr es dem Reibenden die Tränen in die Augen treibt. Die großen Mengen ätherischer Öle, die in der unscheinbaren Wurzel stecken, gelangen beim Zer- schneiden in die Luft, in Augen und Nase. Augenblicklich laufen Tränen, die Nase kribbelt, aber keine Sorge, das vergeht schnell wieder. Die von den Pflanzen selbst gebildeten Senföle sollen sie vor Tierfraß bewahren. Auch in Rettich, Kresse und Kohl sind diese sogenannten sekundären Pflanzenstoffe in größeren Mengen zu finden.

Pflanzlicher Erkältungsschutz
Was den Pflanzen nützt, hilft auch dem Menschen. Die scharfen Geschmacksstoffe schützen vor Infektionen aller Art, unterstützen die Krebsprävention und werden zur Behandlung und Vorbeugung von Atemwegs- und Harnwegsinfekten verwendet. Außerdem regt Meerrettich den Appetit an, fördert die Verdauung und bringt den Kreislauf auf Trab. Er soll außerdem gegen rheumatische Beschwerden wirken sowie Asthma und Gicht lindern können.

Die Wurzel für Fisch, Fleisch und Soßen
Es ist allein die Wurzel, die von der Meerrettichpflanze verwendet wird. Sie wächst unter ausladenden, sehr dekorativen Blättern. In brachliegenden Hausgärten zeigen sie noch Jahrzehnte später die ehemalige Nutzung an. Meerrettich passt gut zu Rindfleischgerichten. Mit Sahne verfeinert, gibt er auch Fischspezialitäten eine leckere, pikante Note. Kalten wie warmen Soßen und Dips schenkt Meerrettich eine kräftig-würzige Geschmacksrichtung. Da die Scharfstoffe im Meerrettich durch Erhitzen schnell verschwinden, gibt man ihn erst kurz vor Ende der Garzeit hinzu.