Neu und lecker aus Lupinien

Joghurt-Alternativen, Drinks, Aufstriche oder Eis aus Lupinen? In der Powerpflanze steckt ein Riesenpotenzial. Die Prolupin GmbH in Grimmen extrahiert das einzigartige Eiweiß der Hülsenfrucht und nutzt es für die Produktion von Lebensmitteln.

Rings um die kleine Stadt Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern gedeiht auf den kargen Böden die Blaue Süßlupine besonders gut. Wunderschön ist die üppige Blütenpracht. Man glaubt nicht, dass diese Pflanze zu einer der wichtigsten Eiweißquellen werden und weltweit tierische Produkte ersetzen könnte. Doch der Weg des Lupineneiweißes in die Supermarktregale war lang: 25 Jahre forschten die Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung aus dem bayerischen Freising, um das Eiweiß der Blauen Süßlupine in Form des einzigartigen Lupinenprotein- Isolats (LPI) zu extrahieren und für die Produktion von Lebensmitteln nutzbar zu machen. 2010 wurde die Prolupin GmbH in Grimmen gegründet, um die wissenschaftlichen Erkenntnisse in marktfähige Produkte umzusetzen. Für das patentierte Verfahren zur Gewinnung der wertvollen Substanz erhielten die Wissenschaftler in Freising und die Forscher von Prolupin den Deutschen Zukunftspreis 2014.

Entölte Lupinen-Flocken werden zu Proteinen
Im Labor untersucht Produktionsarbeiter Burkhard Jürgens eine Probe des Lupinenisolats auf den Fettstoffgehalt. „Ein hochkomplizierter Produktionsprozess“, erläutert Carsten Boldt, Chief Operating Officer bei Prolupin.

„Entölte Flocken des Lupinensamens werden in 6.000-Liter-Behälter gefüllt und in einem ersten Schritt mit Wasser zu einer Maische verarbeitet. Nach dem ersten Dekantieren sind die Bitterstoffe durch Ausspülen entfernt. Die Masse durchläuft vier Tanks und zwei Dekanter, bis das Lupinenprotein-Isolat fertig ist.“ Mittlerweile wird in drei Schichten produziert.

„Made with Luve“ auf Erfolgskurs
Lupineneiweiß ist nicht nur eine nachhaltige heimische Alternative zu Soja, Reis, Mandel und Kokos, sondern zeichnet sich durch einen nahezu neutralen Geschmack aus. „Das ermöglicht die Verarbeitung zu besonders leckeren Produkten“, sagt Carsten Boldt, „sie sind hinsichtlich Geschmack und Verwendung ganz nah am tierischen Original.“ Seit Mai 2015 werden die veganen Produkte, von Prolupin entwickelt, unter der Marke „Made with Luve“ angeboten. „Unser Absatz hat sich in dieser Zeit verfünffacht“, berichtet Carsten Boldt, „weil Veganer, Vegetarier oder Menschen mit Allergien Neues und Abwechslungsreiches auf ihrem Speiseplan finden. Nicht zuletzt bietet die Lupine eine großartige Möglichkeit, den Konsum tierischer Produkte zu reduzieren.“

Lupinendrinks in Schoko und Vanille, Lupinen-Joghurt-Alternativen in Heidelbeer und Stracciatella sowie Lupinenaufstriche in Natur und Kräuter sind in vielen Markant-Märkten erhältlich.