Die Zauberknolle

Nicht nur die Knollen sind gespalten, auch die Meinung über diese kräftige Würzpflanze ist geteilt. Fest steht: Knoblauch ist seit Jahrtausenden eine wertvolle Gewürz- und Heilpflanze.

Für die einen ist Knoblauch das ultimative Gewürz, das Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten die richtige Würze gibt. Besonders in der mediterranen Küche ist Knoblauch unverzichtbar. Man denke nur an die einfachen wie wunderbaren italienischen Spaghetti in Öl und Knoblauch (Aglio e olio), an spanische Gambas al ajillo und Soßen wie Aioli und Zaziki. Für die andere Fraktion von Feinschmeckern ist Knoblauch ein allzu aufdringliches Würzkraut, ein Aroma, das alle Geschmacksnuancen überdeckt – und noch dazu penetrante Körperausdünstungen nach sich zieht. Über Geschmack lässt sich bekanntlich einfach nicht streiten.

Schutz vor Vampiren und Sommersprossen
Knoblauch beschäftigt die Menschheit schon lange. Die alten Griechen verwendeten es gegen böse Geister und Dämonen. Rund um das Balkangebirge glaubte man, Knoblauchduft vertreibe blutrünstige Vampire. Im Mittelalter war Knoblauch das probate Mittel gegen Sommersprossen, Frauenleiden und Knochenbrüche. Der Stoff, der sowohl Geruch als auch Wirkung ausmacht, heißt Alliin – eine schwefelhaltige Aminosäure, die auch in Zwiebeln und Lauch steckt. Wird Knoblauch zerkleinert, entsteht daraus das stark riechende Allizin.

Genuss mit viel Gesundheit
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass diese Substanz enorm gut für die Gesundheit ist. Allizin wirkt stark keimtötend, antiviral, schützt die Blutgefäße und wirkt gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden. Knoblauch regt die Verdauung an, fördert den Appetit, hilft gegen Lungenschwäche und stärkt das gesamte Immunsystem. Die würzige Zwiebel soll zudem Parodontose entgegenwirken und den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen. Also: Knoblauch essen! Im Angebot gibt’s ihn frisch und getrocknet.

Tipps

Kühl und trocken lagern
Knoblauch ist bis zu zwölf Monate haltbar, wenn er an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt wird.

Richtig anschneiden
Zehe aus der Knolle brechen. Weißes, trockenes Häutchen entfernen. Zehe halbieren und, sofern vorhanden, den grünen Keim in der Mitte herausschneiden.

Roh, gekocht, gebraten, eingelegt
Knoblauch ist vielseitig. Zubereitung und Menge sind Geschmackssache. Südeuropäer nehmen zwei bis drei Zehen pro Person. Nordeuropäer sind zurückhaltender.

Aromaskala
Roh in kleine Stücke geschnitten: So entwickelt Knoblauch das stärkste Aroma. Milder wird er durchs Kochen oder Einlegen. Für eine sanfte Knoblauchnote die Salatschale oder Pfanne vorher mit einer Zehe einreiben.

Vorsicht, bitter!
Knoblauch nicht zu heiß anbraten, sonst kann er beißend scharf und bitter werden.