Eier für den Norden

Im schleswig-holsteinischen Schackendorf bei Bad Segeberg liegt der Hauptsitz der Gutshof-Ei GmbH. Vor mehr als 45 Jahren aus einem landwirtschaftlichen Betrieb entstanden, hat sich das Unternehmen der Haltung von Legehennen verschrieben. Bundesweit vermarktet Gutshof-Ei im Jahr rund eine Milliarde Eier, die von eigenen Legebetrieben und Vertragslandwirten aus der Region produziert werden. Gutshof-Ei versorgt Großkunden und den Lebensmittelhandel täglich mit Hühnereiern aus Boden-, Freiland- und Biohaltung sowie mit bunt gekochten Eiern. Das Unternehmen zählt zu den Marktführern in Deutschland.

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Hühner lieben es, gemeinsam umherzulaufen, im Sand zu picken und zu scharren. Gutshof-Ei gehörte zu den ersten Unternehmen in der Eierbranche, die bereits früh auf Boden und Freilandhaltung setzten und umstellten, bevor 2010 die Legebatterien verboten wurden. In der Bodenhaltung leben die Hennen in einem Stall, in dem sie sich frei bewegen können. In der Freiland- und Biohaltung können die Hennen tagsüber ins Freie laufen. Bio-Hühner erhalten zusätzlich Futter aus ökologischem Anbau.

Ab dem Alter von ca. 20 Wochen legt eine Henne etwa 14 Monate lang Eier. Getreidereiches Futter aus gentechnikfreiem Anbau und ausreichend Wasser sind entscheidend für gute Eier. Die Farbe der Eierschale hängt von der Hühnerrasse ab. Jeden Tag werden die Eier aus den Legenestern geholt, vorsortiert und mit dem Herkunftscode versehen. Er verweist auf Haltungssystem, Herkunftsland, Kennnummer des Bundeslandes, Betriebs- und Stallnummer. Die erste Zahl ist eine 0 bei ökologischer Erzeugung, 1 bei Freilandhaltung und 2 bei Bodenhaltung. Die beiden folgenden Ziffern stehen für das Herkunftsland: zum Beispiel 01 für Schleswig-Holstein, 03 für Niedersachsen und 13 für Mecklenburg-Vorpommern.

Die frischen Eier kommen mit eigenen Lkws in die Packstellen – eine davon ist in Schackendorf. Hier werden sie durch Mitarbeiter kontrolliert, sortiert und verpackt.

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Bei der Eingangskontrolle werden Eier stichprobenartig entnommen und untersucht. Dafür werden sie aufgeschlagen. Zudem wird die gesamte Produktionskette vom Küken in der Aufzucht über die Hennen im Stall bis hin zum Ei im Ladenregal regelmäßig durch Tierärzte und unabhängige Prüfinstitute über die gesetzlichen Vorgaben hinaus überwacht. Die Gutshof-Ei GmbH ist Mitglied im Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) und arbeitet nach dem International Featured Standards Food, einer der weltweit strengsten Qualitätsmanagementprüfungen im Lebensmittelhandel.

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist die Höhe des Eiklars. Mit einem speziellen Gerät wird diese gemessen. Bei frischen Eiern ist das Eiklar von fester Konsistenz und bleibt zusammen. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Bei heißem Sommerwetter trinken Hühner wesentlich mehr. Dann kann auch bei frischen Eiern das Eiklar zerfließen.

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Am stumpfen Ende des Eis befindet sich eine Luftkammer, deren Größe ebenfalls gemessen wird. Je kleiner sie ist, desto frischer ist das Ei. In der Natur ist diese Luft für das heranwachsende Küken gedacht, das sie kurz vor dem Schlüpfen atmet.

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Auch die Farbe des Dotters wird überprüft. Der Gelbton wird durch die Zusammenstellung des Futters bestimmt. Die Dotterfarben bei Eiern aus Boden- und Freilandhaltung sind in der Regel dunkler als bei Bioeiern.

Nach der Eingangsprüfung werden die Eier auf die Sortiermaschine gegeben. Hier werden in mehreren Schritten beschädigte und verschmutzte Eier aussortiert. Täglich verpackt das Team in der Packstelle Schackendorf etwa 550.000 Eier.

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Die genaue Prüfung der Festigkeit der Eierschale übernimmt ein Gerät namens Egg Inspector. Auch zu große und zu kleine Eier werden aussortiert, gesammelt und für die Weiter- verarbeitung bereitgestellt.

Sortiert nach den Größen XL, L, M und S, werden die Eier durch Mitarbeiter in die richtigen Kartons für die Markant-Märkte gefüllt. Dort werden sie wenige Tage nach dem Legedatum mit der eigenen Fahrzeugflotte angeliefert. Für Firmeninhaber von Meerheimb ist ein Ei ein kleiner Luxus, den er sich täglich gönnt – als Spiegelei oder als gekochtes Frühstücksei.