Die französische Küche setzt voll auf das delikate Aroma von Estragon. Hierzulande wird das Gewürz sparsamer verwendet, meist nur als Bestandteil der klassischen Würzmischung Fines herbes. Warum eigentlich?

Das Gewürzkraut mit dem klangvollen Namen gehört der Pflanzenfamilie der Korbblütler an, deren Mitglieder unserer Gesundheit oft sehr zuträglich sind. So sind wohltuende Gewächse wie Arnika, Wermut, Kamille und Ringelblume mit dem Estragon verwandt. Letzterer hat allerdings eher als Gewürzpflanze denn als Heilpflanze einen guten Ruf. Weniger bekannt ist, dass er mit seinen ätherischen Ölen verdauungsfördernd und harntreibend sein soll und gegen Appetitlosigkeit und Blähungen helfen kann.

Kräftig und würzig
Estragon hat einen kräftigen, würzigen Geschmack mit einem leicht süßen Aroma. Er wird gern zum Würzen von eingelegten Gurken verwendet, zum Aromatisieren von Essig, Öl und Senf und ist Bestandteil der bekannten Sauce Béarnaise. Auch eine Sauce Hollandaise zur Spargelsaison profitiert vom Estragon, ebenso wie eine Kräuterbutter.

Französische Köche lieben das Kraut besonders für zarte Geflügelgerichte und für mayonnaisehaltige Kräutersoßen.

Grüner Glücksbringer
Der Ursprung des Namens Estragon liegt im Dunkeln, aber es gibt Versuche, die Entstehung herzuleiten. So meinen manche, der Name sei dem griechischen Wort drakon für „Drache“ oder „Schlange“ entlehnt. Dafür mag auch der botanische Name „Atemisia draculus“ sprechen. Vielleicht sollte das den verschlungen wachsenden Wurzelstock des Estragons beschreiben, der an Drachen und Schlangen erinnern kann. Vielleicht glaubten die Menschen früher auch, Estragon helfe gegen Schlangenbisse oder gar gegen Drachen. Angesichts der besonderen Würz- und Heilkraft des Estragons sollte aber doch eher auf die ostasiatische Symbolik Bezug genommen werden. Dort werden Drachen als Regen- und Glücksbringer