Butterweiche Versuchung

Reife Avocados sind weich und cremig. Salaten geben sie einen besonderen Pfiff. Und als Brotaufstrich können sie sogar die leckerste Wurst und den besten Käse in den Schatten stellen.

Zugegeben: Von außen sehen sie mit ihrer dunklen, runzeligen Schale etwas merkwürdig aus. Auch der Sortenname „Hass“ klingt in unseren Ohren eigenartig. Doch dann kommt das große Aber: Das Innere dieser feinen Früchte ist ein echter Genuss. Im Gegensatz zur grünschaligen, nur wenige Wochen im Jahr erhältlichen Sorte „Fuerte“ sind die „Hass“- Avocados vollreif und können gleich gegessen werden. So, wie es die meisten Mexikaner täglich tun. Dort gehört die Avocado zu den Grundnahrungsmitteln und fehlt bei kaum einer Mahlzeit. Wer etwas auf sich hält, hat einen eigenen Avocadobaum. So ist es heute, und so war es schon 7000 v. Chr., wie Gräberfunde belegen.

Vom Zufallsprodukt zum Welthit
Die Entdeckung der beliebtesten Sorte „Hass“ war ein glücklicher Fund. Es soll der Briefträger Rudolph Hass gewesen sein, der in den 1920er-Jahren in seinem Garten in Kalifornien Avocadobäume züchtete. Ein Baum widerstand allen Züchtungsversuchen. Der Briefträger kümmerte sich nicht weiter um ihn, bis seine Kinder die Früchte probierten. Sie waren begeistert von dem kräftigen Aroma. Den Züchter überzeugte zudem die robuste Schale. Hass verkaufte einige Zweige an andere Züchter. Wenig später wurde diese Sorte zum Welthit.

Grüne Smoothies, Wraps und Dips
Avocados peppen Wintersalate auf und sind gut zu Aufstrichen und Dips zu verarbeiten. Sie lassen sich wunderbar mit Gewürzen In verschiedene Geschmacksrichtungen würzen – von mild bis scharf. Rote Zwiebeln, bunter Pfeffer, rote Chilischoten und grüne Petersilie setzen dekorative und gleichzeitig leckere Farbtupfer. Als Hauptgerichte finden Avocados als Nudelsoße und in Wraps ihren Platz. Grüne Smoothies entstehen durch den Mix aus Avocado, Banane, Rucola, Spinat, Birne und Kiwi. Der Fantasie und den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt.
Ausprobieren!

Tipps

Lieber roh
Avocados genießt man meist roh. Durchs Garen können sie bitter werden.

Geduld auf der Fensterbank
Mit etwas Glück und Geschick lassen sich Avocadokerne zum Keimen bringen. Zum Vorschein kommt schließlich eine Pflanze, die grüne Exotik auf die Fensterbank zaubert.

Würzige Verwandtschaft
Avocados sind mit Lorbeer, Zimt und Kampfer verwandt.

Fürs Haar
Mehr Glanz durch eine Avocado-Kur: Avocado zerkleinern, mit Olivenöl und Eigelb vermengen und aufs Haar geben. 10 Minuten einwirken lassen und auswaschen.

Für die Haut
Eine pflegende Maske bei trockener Haut lässt sich aus zerkleinerter Avocado, Quark, Zitrone und Honig herstellen. Nach einigen Minuten mit warmem Wasser abspülen.